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Verfahren & Praxis

PE schweißen: Verfahren, Ablauf und Dokumentation

Diese Seite gibt einen Überblick über das Schweißen von PE-Rohren nach den unten verlinkten Quellen – Fachinformationen von Rohr- und Geräteherstellern sowie Unterlagen von Verbänden. Maßgeblich sind die Richtlinie DVS 2207-1 und die Angaben des Rohr- und Geräteherstellers.

Fassung: Die Richtlinie DVS 2207-1 ist laut DIN Media in der Ausgabe 2015-08 gültig; ein Ersatz ist dort zum 2026-11 angekündigt. Den Wortlaut der Richtlinie gibt diese Seite nicht wieder.

Welche Verfahren gibt es für PE-Rohre?

Laut dem Kurzreferat bei DIN Media behandelt DVS 2207-1 für Rohre, Formstücke und Sattelformstücke aus PE drei Verfahren: Heizelementstumpf-, Heizelementmuffen- und Heizwendelschweißen. Diese Seite beschreibt das Heizelementstumpf- und das Heizwendelschweißen.

  • Heizelementstumpfschweißen: Die Stirnflächen der Rohre werden am Heizelement unter Druck angeglichen, angewärmt und nach dem Entfernen des Heizelements unter Druck zusammengefügt. So beschreiben es SIMONA und der Gerätehersteller Frank.
  • Heizwendelschweißen: In das Formteil eingebettete Widerstandsdrähte (Heizwendel) erwärmen Rohroberfläche und Muffeninnenseite durch elektrischen Strom; die Schweißparameter liest das Schweißgerät per Barcode oder Handeingabe ein (SIMONA, Hawle).

Heizelementstumpfschweißen: Ablauf in Schritten

Laut SIMONA ist der Schweißbereich vor Wind und Feuchtigkeit zu schützen. Wird mit Vorwärmen, Einzelten oder Beheizen eine ausreichende und gleichmäßige Rohrwandtemperatur sichergestellt, darf laut SIMONA und dem DVS-Entwurf zu DVS 2207-1 Beiblatt 2 (Großrohre aus PE 100, Januar 2013) bei beliebiger Außentemperatur geschweißt werden; SIMONA nennt dafür als Bedingungen, die Taupunktkurve zu beachten, beide Teile auf gleichem Temperaturniveau zu halten und gegebenenfalls Probeschweißungen anzufertigen. Die gegenüberliegenden Rohrenden werden verschlossen, damit kein Luftzug die Schweißstelle abkühlt. Den Ablauf beschreibt SIMONA in diesen Schritten:

  1. Vorbereiten: Rohre axial ausrichten und einspannen, die Stirnflächen im eingespannten Zustand planhobeln, Späne entfernen und die bearbeiteten Flächen nicht mit den Händen berühren (SIMONA). Danach Planparallelität und Versatz prüfen: Laut SIMONA liegt die Grenze für den Versatz der Rohrenden bei 10 % der Wanddicke; der DVS-Entwurf für Großrohre aus PE 100 nennt dieselben 10 %, begrenzt sie aber zusätzlich auf ein absolutes Höchstmaß (Angabe im Entwurf).
  2. Angleichen: Das Heizelement wird zwischen die Rohrenden gebracht, die Flächen werden mit dem Angleichdruck angepresst, bis sich am gesamten Umfang beider Teile ein Wulst gebildet hat. Die Wulsthöhe richtet sich nach der Wanddicke.
  3. Anwärmen: Der Anpressdruck wird nahe Null reduziert; die Anwärmzeit hängt von der Wanddicke ab.
  4. Umstellen: Das Heizelement wird entfernt, die Teile werden so schnell wie möglich zusammengeführt; laut SIMONA sollen die Flächen dabei mit einer Geschwindigkeit nahe Null aufeinandertreffen.
  5. Fügen: Der Druck wird gleichmäßig bis zum Fügedruck gesteigert. Ein schlagartiger Druckaufbau würde laut SIMONA das plastische Material aus der Schweißzone drücken.
  6. Abkühlen: Die Verbindung kühlt unter Fügedruck ab; laut SIMONA nicht mit Wasser oder Luft beschleunigen. Die Abkühlzeit hängt laut der Schweißtabelle von GF Piping Systems von der Wanddicke und der Umgebungstemperatur ab.

Typische Kenngrößen nach Herstellerangaben

Laut SIMONA, laut der Schweißtabelle von GF Piping Systems und laut dem Schweizer Verband Kunststoff-Rohre und -Rohrleitungsteile (VKR) liegt die Heizelementtemperatur für PE 100 bei 220 °C ± 10 °C. Für PE 80 gibt der VKR die Temperatur wanddickenabhängig an; maßgeblich ist die Schweißtabelle des Herstellers. Kontrolliert wird die Temperatur laut SIMONA mit einem schnell anzeigenden Oberflächen-Temperaturmessgerät.

Laut der GF-Schweißtabelle und laut einem Fachbeitrag des Geräteherstellers Frank aus dem Jahr 2004, der die damalige Tabelle der DVS 2207-1 wiedergibt, beträgt der Angleich- und der Fügedruck 0,15 N/mm², der Anwärmdruck 0,01 N/mm² – beide Quellen berufen sich auf DVS 2207-1. Diese Drücke gelten für die Schweißfläche. Den Wert, der an der hydraulischen Maschine einzustellen ist, nennt laut SIMONA der Schweißmaschinenhersteller in Tabellenform; hinzu kommt der Bewegungsdruck, der von Reibung und Gewicht der Rohre abhängt.

Wulsthöhe, Anwärm-, Umstell- und Abkühlzeit hängen von der Wanddicke ab. Diese Werte stehen in der Schweißtabelle des Rohr- bzw. Maschinenherstellers und in DVS 2207-1; diese Seite gibt sie bewusst nicht wieder.

Heizwendelschweißen: Ablauf in Schritten

So beschreiben SIMONA und Hawle den Ablauf:

  1. Schweißzone markieren und schälen: Die vom Formteil überdeckte Fläche markieren und die Oxidschicht dort spanend entfernen – laut SIMONA mit Ziehklinge oder Rotationsschaber, laut Hawle mit einem Rotationsschälgerät unmittelbar vor der Montage. Schmirgeln, Feilen oder Reinigen mit Lösemittel genügen laut Hawle nicht.
  2. Reinigen: Schweißflächen mit Spezialreiniger und saugfähigem, nicht faserndem Papier säubern; der Reiniger muss vor dem Schweißen verdunstet sein.
  3. Formteil aufschieben: Weder verkanten noch gewaltsam aufschieben, sonst können die Heizwendel verschoben oder beschädigt werden.
  4. Schweißen: Nur ein auf das Formteil abgestimmtes Schweißgerät verwenden. Die Parameter werden per Barcode eingelesen oder von Hand eingegeben, der Schweißvorgang läuft automatisch und darf nicht unterbrochen werden.
  5. Prüfen und abkühlen: Das Schweißgerät darf keinen Fehler anzeigen; ein Indikator am Formteil zeigt laut Hawle nur an, dass geschweißt wurde, nicht die Qualität. Die Verbindung erst nach Ablauf der Abkühlzeit des Formteils bewegen.

Welche Umgebungstemperaturen beim Heizwendelschweißen zulässig sind, geben die Formteilhersteller unterschiedlich an; maßgeblich ist die Montageanleitung des jeweiligen Formteils.

Wer darf PE schweißen?

Für Gas- und Wasserleitungen werden PE-Schweißer nach dem DVGW-Arbeitsblatt GW 330 ausgebildet und geprüft, an vom DVGW anerkannten Kursstätten (DVGW-Geschäftsordnung, Anhang 3). Die Schweißaufsicht für diese Arbeiten wird nach DVGW GW 331 ausgebildet (Anhang 4). Mehr dazu auf der Seite DVGW GW 330.

Der DVS-Entwurf zu DVS 2207-1 Beiblatt 2 (Großrohre aus PE 100, Januar 2013) nennt einen ausgebildeten Schweißer mit gültiger Prüfungsbescheinigung nach DVS 2212-1 bzw. GW 330 und eine Schweißaufsicht nach DVS 2213 bzw. GW 331. Zur Gültigkeit der Prüfungsbescheinigung: DVS 2212; zur Schweißaufsicht: DVS 2213.

Was je Naht festgehalten wird

Laut dem DVS-Entwurf für Großrohre aus PE 100 gehören die Verfahrensdaten je Naht in ein Schweißprotokoll oder auf einen Datenträger; der Entwurf gibt der elektronischen Erfassung den Vorzug. Die Protokollvorlagen von SIMONA nach DVS 2207 führen je Naht unter anderem:

  • Auftrag, ausführende Firma, Schweißer mit Kenn-Nummer und Schweißaufsicht
  • Werkstoff und Schweißmaschine (Fabrikat, Typ, Maschinen-Nummer, Baujahr)
  • Naht-Nummer, Datum und Umgebungstemperatur
  • beim Heizelementstumpfschweißen: gemessene Heizelementtemperatur, Einstellwerte für Angleichen, Anwärmen und Fügen, gemessene Anwärm-, Umstell- und Fügedruckaufbauzeit, Abkühlzeit unter Fügedruck
  • beim Heizwendelschweißen: Rohrgröße, Formstückdaten, Schweißzeiten für Heizen und Abkühlen, Witterung und Geräteeinstellung

Beim Heizwendelschweißen erstellen moderne Schweißgeräte das Protokoll selbst. Laut Hawle ist die Schweißstelle mit ihrer Position aus dem Verlegeplan zu kennzeichnen und muss mit dem Protokoll des Schweißgeräts belegbar sein.

In KunststoffSchweissDoku liegen Schweißnahtnachweise im digitalen Rohrbuch mit Bauteil-Referenz und lassen sich als PDF exportieren – mehr dazu unter PE-Rohrleitungsbau.

Häufige Fragen

Welche Verfahren gibt es zum Schweißen von PE-Rohren?
Laut dem Kurzreferat bei DIN Media behandelt die Richtlinie DVS 2207-1 für Rohre, Formstücke und Sattelformstücke aus PE drei Verfahren: Heizelementstumpf-, Heizelementmuffen- und Heizwendelschweißen.
Wer darf PE-Rohre für Gas- und Wasserleitungen schweißen?
PE-Schweißer für Gas- und Wasserleitungen werden nach dem DVGW-Arbeitsblatt GW 330 ausgebildet und geprüft, die Schweißaufsicht nach DVGW GW 331. Laut dem DVS-Entwurf zu DVS 2207-1 Beiblatt 2 (Großrohre aus PE 100) bestimmt das vorgesehene Anwendungsgebiet die Art der Qualifikation.
Was gehört in ein Schweißprotokoll für PE-Rohre?
Die Protokollvorlagen von SIMONA nach DVS 2207 führen Auftrag, Schweißer mit Kenn-Nummer, Schweißaufsicht, Werkstoff, Schweißmaschine, Naht-Nummer, Datum und Umgebungstemperatur sowie die Werte des Verfahrens – beim Heizelementstumpfschweißen etwa die gemessene Heizelementtemperatur, die Einstellwerte für die Drücke und die gemessenen Zeiten.

Quellen

Alle Quellen abgerufen am 04.10.2026.

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